Unterhosenparade

"Ey Mike! Weißt du, was so'n Schlüppi kostet?"

 

Mike steht am anderen Ende vom Pub und schaut leicht irritiert aus der (Unter-) Wäsche, als diese Frage laut durch die verqualmte Räumlichkeit geworfen wird.

"Shut up and take my money!" denke ich mir und warte, dass mir ein Preis genannt wird für den bei ebay sicherlich bald mal sehr viel wert seienden Supporter-Schlüppi, welcher eben noch Leifs Kopf zierend zum Bühnenoutfit gehörte.

 

Das Geld wechselt den Besitzerund ich muss versprechen, das gute Stück nicht bei ebay zu verkaufen.


Solowshow Mike Breeze Leif Astroid
Foto © solowshow*

Ein kontroverser Abend

 

Einige irritierte Blicke hatten wir an diesem Abend während des Konzerts von Solowshow* des Öfteren zu sehen bekommen: Menschen betraten den Pub, schlenderten zum Foyer der Shamrock Bar und blieben am oberen Absatz der Treppe erst einmal leicht entsetzt stehen. "This - Boys and Girls - is Solowshow!" möchte man jedem einzelnen erklärend zujubeln. Wir kennen diesen Moment aus der Vergangenheit. Spätestens, wenn die Glitter-Schnipsel und Spühfontänen zum Einsatz kommen, fragt sich jeder: "WTF? Wo bin ich hier gelandet?" Die Augen spielen Ping-Pong beim Anblick: Band-Pub-Lamettafederboa-Pub-Lichterkette-Pub-rosa Glitzerhut-Pub.

 

Die Jungs performen im 2er-Gespann eine dramatisch-theatralische Bühnenshow, die - wenn man einigermaßen locker drauf ist - jeden mitreißt. Sturköpfige Korinthenkacker haben da nichts verloren, denn hier ist das Motto: We will rock you visuacoustic! Ich persönlich kenne diese Musikrichtung eher aus dem japanischen Raum und finde es toll, wenn hier im Lande Menschen den Mut haben, sich ein wenig abseits vom Mainstream zu präsentieren. Die Songs sind selbst geschrieben, sie spielen Covers, Medleys - und das in einer große-Bühnen-Qualität.

 

Klare Sache: Musik ist Geschmackssache. Es gibt Genres und Lokalitäten, die auf den ersten Blick nicht wirklich zusammenpassen mögen. Aber letzten Endes darf es gerne ein wenig schräg sein, aus dem Rahmen fallen und vor allem: auffallen und dem Alltag theatralisch den Mittelfinger zeigen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0